2001 Fortschritt in der Asthma-Forschung

Neu entwickelte Asthmadiagnostik bei Kindern erhält Auszeichnung

Weltweit leiden bereits 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter Asthma bronchiale, mit steigender Tendenz.
Das Unternehmen Klosterfrau, Köln, hat sich mit der erstmaligen Vergabe des „Internationalen Klosterfrau Forschungspreises zur Bekämpfung von Kinder-Asthma“ der wissenschaftlichen Herausforderung Asthma bronchiale gestellt. Den „Internationalen Klosterfrau Forschungspreis zur Bekämpfung von Kinder-Asthma“ erhielt der niederländische Mediziner und Wissenschaftler Dr. Quirijn Jöbsis der Universität Maastricht. Jöbsis wurde damit für die Entwicklung einer neuen, nicht-invasiven Methode zur Diagnostik von asthmatischen Erkrankungen bei Kindern geehrt.

Petra Tritschler, Präsidentin der Klosterfrau Stiftung und der Vorsitzende der Expertenjury Prof. Dr. D. Reinhardt, Direktor der Kinderklinik, Universität München, überreichten den mit 40.000 Schweizer Franken dotierten Preis im Rahmen der 23. Jahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie in Bern.

Vielversprechende Ergebnisse bei der Entwicklung einer Asthmadiagnostik für Kinder
Mit dem Ziel, eine neue Methode für die Asthmadiagnose bei Kindern zu entwickeln, hat Jöbsis bei Kindern mit Asthma bronchiale oder cystischer Fibrose und gesunden Kindern den Anteil der Verbindungen Stickstoffmonoxid (NO) und Wasserstoffperoxid (H2O2) in der ausgeatmeten Luft bzw. im Atemkondensat gemessen. Es zeigte sich, dass Asthmatiker mehr NO in der ausgeatmeten Luft und vier bis fünf mal höhere Anteile H2O2 im Atemkondensat aufweisen als gesunde Kinder. Insbesondere der Anteil an NO stand in engem Zusammenhang mit parallel aufgenommen Lungenfunktionsparametern, die bisher in der Praxis zur Klassifizierung des Asthmaschweregrades genutzt werden (z.B. die Sekundenkapazität FEV1). Auch konnte mit Hilfe des NO-Wertes zwischen der Erkrankung an Asthma bronchiale, cystischer Fibrose oder einer einfachen Atemwegsinfektion unterschieden werden.

Stickstoffmonoxid als Marker für Asthma bronchiale
Jöbsis folgerte aus den Ergebnissen, dass insbesondere der NO-Wert der ausgeatmeten Luft als Marker für das Vorliegen einer Entzündung der Atemwege und damit für die Schwere der Asthmaerkrankung dienen kann. Die mittels einfacher Labormethoden (Chemilumineszenz und Fluorimetrie) zu erhaltenden Werte ermöglichen eine frühzeitige Diagnose von Asthma bronchiale auch bei kleinen Kindern. Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend, betonte der Jury-Vorsitzende Reinhardt in seiner Laudatio. Asthma-Diagnostik bei Kindern bisher schwierig Einfache Tests zur Diagnostik von Asthma bronchiale bei Kindern gibt es bisher in der Praxis nicht. Der Arzt ist beim jüngeren Kind allein auf eine körperliche Untersuchung sowie auf das Studium seiner bisherigen Krankheitsgeschichte (Anamnese) angewiesen. Auch die Testung der Lungenfunktion ist erst beim älteren Kind und Jugendlichen hilfreich.

Asthma bronchiale – eine Herausforderung für die Wissenschaft
Patienten mit Asthma bronchiale erleiden eine massive Einbuße der Lebensqualität. Insbesondere bei Kindern betrifft dies nicht nur den heranwachsenden Patienten selbst, sondern auch Eltern, Kindergärtner, Lehrer und Schulkameraden. Ursache der Erkrankung ist meist eine Allergie, häufig auf Pollen, Exkremente von Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder auch Haustiere. Umweltschadstoffe wie Ozon, Schwefeldioxid oder Stickstoffdioxid fördern die Entwicklung von Asthma. Die Komplexität des Krankheitsbildes, dem ein Netzwerk von Entzündungsabläufen im Körper zu Grunde liegt, ist nahezu unüberschaubar. Umso dringlicher ist der Einsatz aller mobilisierbaren Kräfte für die weitere Asthma-Forschung. Der größte Teil des Klosterfrau-Preisgeldes geht in die weiterführende Forschung zur Verbesserung der Asthmadiagnostik bei Kindern. Ziel ist, die Methode zukünftig auch in der Praxis einsetzen zu können, um durch eine möglichst frühzeitige Erkennung der Asthma-Erkrankung die therapeutischen Ergebnisse deutlich zu verbessern. DiesesEngagement ergänzt die zahlreichen Aktivitäten des Unternehmens Klosterfrau im therapeutischen Bereich von Atemwegserkrankungen. So zeigt z. B. eine kürzlich von der Klosterfrau-Forschung durchgeführte Studie, dass der natürliche, antientzündliche Wirkstoff Soledum-Cineol den täglichen Cortison-Bedarf von Asthmatikern um bis zu 36 Prozent senken kann. Der entscheidende Vorteil liegt in der Verbesserung der Verträglichkeit für Patienten, da cortisonartige Nebenwirkungen nicht auftreten. Ziel ist, die Lebensqualität des atemwegskranken Patienten zu verbessern und zu einer schnellen, verträglichen Heilung beizutragen. Auch Heuschnupfenpatienten oder Menschen mit „normalen“ Atemwegserkrankungen wie z. B. grippalen Infekten können von dem besonderen Wirkstoff Soledum-Cineol profitieren.

2001_a_beitrag_100x140 Petra Tritschler, Präsidentin der Klosterfrau-Stiftung, und der Vorsitzende der internationalen Expertenjury Prof. Dr. D. Reinhardt (mitte) mit dem diesjährigen Preisträger des "Internationalen Klosterfrau Forschungspreises zur Bekämpfung von Kinder-Asthma" Dr. Quirijn Jöbsis von der Universität Maastricht.

Foto: Klosterfrau-Forschung

 
 


 
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