2002 Internationaler Preis für Asthma-Forschung verliehen

Tierhaare und Milben erzeugen bei Kindern kein Asthma bronchiale

In diesem Jahr geht der mit 40.000 Schweizer Franken dotierte Internationale Klosterfrau-Forschungspreis an die Kinderärztin und Pneumologin der Berliner Charité Dr. Susanne Lau.
Sie erhält den Preis für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen zum Einfluss von Allergie auslösenden Stoffen (Allergene) im Wohnbereich auf die Entwicklung von Asthma. Demnach sind Wohnungsallergene, wie z.B. Haustierhaare und Hausstaubmilben, nicht nennenswert für die Ausbildung von Asthma bronchiale im Schulalter verantwortlich. Genetische Veranlagung und Virusinfektionen hingegen kommen bei der Entwicklung des kindlichen Asthma bronchiale eine wesentlich größere Bedeutung zu. Eine pauschale Allergenvermeidung zur Vorbeugung von Kinderasthma ist damit nicht notwendig, solange das Kind unter keiner Allergie leidet.

Mit Hilfe einer Langzeitstudie gelang Frau Dr. Lau der Nachweis, dass nicht - wie bisher angenommen - Menge und Dauer einer Belastung mit Reizstoffen aus dem häuslichen Milieu kindliches Asthma verursachen. Vielmehr spielen Faktoren wie die familiäre Veranlagung oder Virusinfektionen eine größere Rolle bei der Entwicklung von Asthma bei Kindern. Unbestritten bleibt jedoch, dass der häufige frühkindliche Kontakt mit Allergenen wie Katzenhaare und Hausstaubmilben ein erhöhtes Risiko in sich birgt, eine Allergie für diese Stoffe auszulösen. Doch bereits mit fünf Jahren reagieren Kinder weniger anfällig auf diese Reizstoffe und eingehende Untersuchungen von Siebenjährigen zeigten, dass diese Allergene in keinem Fall Asthma hervorrufen. Zwar ist die Beseitigung von Allergenen aus dem Wohnbereich für Allergiker nach wie vor wichtig, doch zur Prävention von Kinder-Asthma macht sie, wie Dr. Lau belegte, keinen Sinn.

Haustiere sind somit vom Verdacht, Asthma zu verursachen, freigesprochen. Was das gerade für jüngere Kinder bedeutet, wissen Eltern, die bereits solche Therapiemaßnahmen wie die Verbannung der geliebten Katze oder des Meerschweinchens aus gesundheitlichen Gründen durchsetzen mussten. Erspart bleibt Familien, die Kinder-Asthma vorbeugen wollen, künftig auch die Abschaffung von Teppichen, in denen sich Hausstaubmilben tummeln können oder der Kauf spezieller Bettwäsche und Matratzen. Denn auch durch diese Maßnahmen lässt sich Asthma nicht verhindern. Der Verzicht auf Haustiere und die Beseitigung von Hausstaubmilben behalten jedoch ihren Stellenwert als Therapiemaßnahme für Allergiker.

Asthma bronchiale gilt weltweit als häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Allein in Deutschland leiden zehn Prozent aller Kinder an der entzündlichen Erkrankung der Atemwege, die mit einer Überreaktion (Hyperreagibilität) der Bronchialschleimhäute und krampfartigen Erstickungsanfällen einhergeht. Die Berliner Forscherin Dr. Lau leistete mit ihrer Studie einen wichtigen Beitrag zur künftigen Vorbeugung von Kinder-Asthma. Im Mittelpunkt der Präventionsforschung werden nun verstärkt genetische Faktoren und virale Infektionserkrankungen stehen müssen.

Mit der jährlichen Verleihung eines internationalen Forschungspreises an Wissenschaftler, die sich besonders in der Grundlagenforschung, Diagnostik und Therapie von Kinder-Asthma verdient machen, leistet das Kölner Unternehmen Klosterfrau einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Krankheit. Der Preis wurde Frau Dr. Lau durch den Juryvorsitzenden Prof. Dr. D. Reinhardt, Kinder-Klinikum der Universität München, im Rahmen der 24. Jahrestagung für Pädiatrische Pneumologie (18.-20.04.2002, Erlangen) überreicht.

2002_a_beitrag_100x140 Der Vorsitzende der internationalen Expertenjury Prof. Dr. D. Reinhardt, Kinderklinikum München, (rechts) und Dr. Harald Greve (links), Leitung Wissenschaft und Medizin von Klosterfrau, mit der diesjährigen Preisträgerin des "Internationalen Klosterfrau-Forschungspreises zur Bekämpfung von Kinder-Asthma" Dr. Susanne Lau von der Berliner Charité.

Foto: Klosterfrau-Forschung

 
 


 
top
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.